Fragen zum Thema Osteoporose
Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochendichte und die Stabilität der Knochen abnehmen. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche, insbesondere an Wirbelsäule, Hüfte, Handgelenk und Oberarm. Die Erkrankung entwickelt sich häufig lange ohne eindeutige Beschwerden und wird teilweise erst nach einem Knochenbruch erkannt. Zur Vorbeugung und Behandlung gehören unter anderem regelmäßige Bewegung, eine ausreichende Versorgung mit Kalzium, Vitamin D und Eiweiß sowie bei erhöhtem Frakturrisiko eine gezielte medikamentöse Therapie.
Einen speziellen idealen BMI für Menschen mit Osteoporose gibt es nicht. Nach der DVO-Leitlinie sollte Untergewicht möglichst vermieden werden; ein BMI unter 20 kg/m² gilt als Risikofaktor für Knochenbrüche. Gleichzeitig ist eine Gewichtszunahme bis in den Bereich der Adipositas kein Therapieziel. Entscheidend sind neben dem Gewicht auch Muskelmasse, Ernährung, körperliche Aktivität und das individuelle Frakturrisiko.
Für Osteoporose wird kein bestimmtes Proteinpulver allgemein empfohlen. Entscheidend ist vor allem, insgesamt ausreichend Eiweiß über die Ernährung aufzunehmen. Wenn dies über normale Lebensmittel nicht gelingt, kann ein Proteinpräparat ergänzend infrage kommen. Die Auswahl sollte insbesondere bei Nieren- oder anderen Vorerkrankungen individuell mit einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft abgestimmt werden.
Eine ausreichende Eiweißzufuhr ist wichtig, um Muskelmasse und körperliche Funktion zu erhalten. Die DVO-Leitlinie empfiehlt Menschen ab 65 Jahren mit erhöhtem Frakturrisiko mindestens 1,0 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Der individuelle Bedarf kann jedoch abhängig von Alter, Ernährung, Aktivität und Begleiterkrankungen abweichen.
Osteopathie behandelt die verminderte Knochendichte bei Osteoporose nicht. Manuelle Behandlungen können allenfalls begleitende muskuläre oder funktionelle Beschwerden adressieren. Bei ausgeprägter Osteoporose oder bereits vorhandenen Wirbel- und anderen Knochenbrüchen ist besondere Vorsicht notwendig, da die Knochen leichter brechen können. Vor einer manuellen Behandlung sollte deshalb das individuelle Frakturrisiko berücksichtigt werden.
Kreatin ist derzeit keine etablierte Behandlung gegen Osteoporose. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Kreatin in Kombination mit Krafttraining bei älteren Menschen die Muskelkraft und teilweise die Muskelmasse verbessern kann. Ein eindeutiger Nutzen für die Knochendichte ist bislang jedoch nicht belegt. Kreatin kann deshalb eine spezifische Osteoporosebehandlung nicht ersetzen.
Für Osteoporose gibt es derzeit keine allgemeine Empfehlung für ein bestimmtes Kollagenpräparat. Studien zu Kollagenpeptiden zeigen teilweise positive Effekte auf Knochenstoffwechsel oder Knochendichte, die Ergebnisse sind jedoch noch uneinheitlich. Kollagen sollte deshalb nicht als Ersatz für Bewegung, ausreichende Kalzium- und Vitamin-D-Versorgung oder eine notwendige medikamentöse Osteoporosetherapie angesehen werden.
Bei Osteoporose ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D wichtig. Die DVO-Leitlinie empfiehlt eine tägliche Zufuhr von mindestens 800 internationalen Einheiten Vitamin D; wenn Eigenproduktion und Ernährung nicht ausreichen, kann eine Supplementierung notwendig sein. Sehr hohe Dosierungen sollten nicht ohne medizinische Indikation eingenommen werden.
Osteoporose verursacht in frühen Stadien häufig überhaupt keine eindeutigen Beschwerden. Erste Hinweise können Rückenschmerzen, eine Abnahme der Körpergröße oder Knochenbrüche nach vergleichsweise geringer Belastung sein. Wirbelkörperfrakturen können sogar unbemerkt bleiben und erst später zu einer zunehmenden Krümmung der Wirbelsäule führen.
Ein Endokrinologe kann bei Osteoporose untersuchen, ob hormonelle oder stoffwechselbedingte Ursachen zum Knochenabbau beitragen. Dazu können beispielsweise Erkrankungen der Schilddrüse oder Nebenschilddrüse, Hormonmangel oder andere Stoffwechselstörungen gehören. Je nach Befund werden Laboruntersuchungen durchgeführt und gemeinsam mit weiteren Befunden die geeignete Behandlung festgelegt.
Bei Osteoporose sollte man sich nicht unnötig körperlich schonen, denn Bewegungsmangel kann Muskel- und Knochenabbau zusätzlich fördern. Vermieden werden sollten dagegen Aktivitäten mit hohem Sturz- oder Verletzungsrisiko, wenn bereits ein deutlich erhöhtes Frakturrisiko besteht. Auch Rauchen, größere Mengen Alkohol und unkontrollierte Gewichtsabnahme können sich ungünstig auf die Knochengesundheit auswirken. Welche Belastungen geeignet sind, hängt vom individuellen Frakturrisiko ab.
Eine längerfristige Behandlung mit systemischen Glukokortikoiden wie Cortison kann den Knochenabbau fördern und das Risiko für osteoporotische Knochenbrüche erhöhen. Das Risiko hängt unter anderem von Dosis und Behandlungsdauer ab. Notwendige Cortisonpräparate sollten deshalb nicht eigenständig abgesetzt werden; bei längerer Behandlung kann eine gezielte Abschätzung des Osteoporose- und Frakturrisikos sinnvoll sein.
Es gibt keine feste Reihenfolge, in der Knochen bei Osteoporose brechen. Typische osteoporotische Frakturen betreffen jedoch die Wirbelkörper, das Handgelenk, den Oberarm, das Becken und die Hüfte beziehungsweise den Oberschenkelhals. Wirbelkörperbrüche können teilweise unbemerkt auftreten, während Hüftfrakturen insbesondere im höheren Alter schwerwiegende Folgen haben können.
