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Fragen zum Thema Gicht

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich Harnsäurekristalle in Gelenken und anderen Geweben ablagern können. Typisch sind plötzlich auftretende, sehr starke Gelenkschmerzen mit Rötung, Schwellung und Überwärmung, häufig zunächst am Grundgelenk des großen Zehs. Ursache ist ein dauerhaft erhöhter Harnsäurespiegel. Mit einer geeigneten Behandlung, einer Senkung der Harnsäure und Anpassungen des Lebensstils lassen sich Gichtanfälle häufig deutlich reduzieren und langfristige Gelenkschäden vermeiden.

Gicht lässt sich in der Regel gut kontrollieren, die zugrunde liegende Neigung zu erhöhten Harnsäurewerten besteht jedoch häufig dauerhaft. Akute Gichtanfälle werden mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Bei wiederholten Anfällen kann eine langfristige Senkung des Harnsäurespiegels notwendig sein. Zusätzlich können eine angepasste Ernährung, weniger Alkohol, ausreichend Flüssigkeit, regelmäßige Bewegung und gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion helfen.

Gicht verursacht typischerweise Beschwerden an Gelenken wie Großzehe, Sprunggelenk, Knie, Hand oder Ellenbogen. Rückenschmerzen durch Gicht sind deutlich seltener, können jedoch auftreten, wenn sich Harnsäurekristalle im Bereich der Wirbelsäule ablagern. Da Rückenschmerzen sehr viele andere Ursachen haben können, sollte bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Beschwerden eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Bei Gicht müssen Lebensmittel nicht grundsätzlich vollständig verboten werden. Größere Mengen purinreicher tierischer Lebensmittel wie rotes Fleisch, Innereien und bestimmte Meeresfrüchte sollten jedoch eingeschränkt werden. Auch Bier, hochprozentiger Alkohol und stark fruchtzuckerhaltige Getränke können das Risiko für Gichtanfälle erhöhen. Empfehlenswert ist eine ausgewogene Ernährung mit überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln und ausreichend Wasser.

Problematisch wird Gicht vor allem, wenn ein dauerhaft erhöhter Harnsäurespiegel unbehandelt bleibt. Wiederholte Gichtanfälle können zu chronischen Gelenkentzündungen, Gelenkschäden und Bewegungseinschränkungen führen. Außerdem können sich Gichtknoten bilden und Nierensteine auftreten. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung kann das Risiko solcher Folgeschäden deutlich reduzieren.

Das geeignete Medikament hängt davon ab, ob ein akuter Gichtanfall behandelt oder der Harnsäurespiegel langfristig gesenkt werden soll. Bei einem akuten Anfall kommen beispielsweise entzündungshemmende Schmerzmittel, Kortison oder in bestimmten Fällen Colchicin infrage. Zur langfristigen Harnsäuresenkung wird häufig Allopurinol eingesetzt. Welche Behandlung geeignet ist, muss individuell ärztlich entschieden werden.

Gicht gehört zu den entzündlichen Gelenkerkrankungen und kann daher Beschwerden verursachen, die rheumatischen Erkrankungen ähneln. Die Ursache ist jedoch eine andere: Bei Gicht lösen Harnsäurekristalle die Gelenkentzündung aus. Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis entstehen dagegen durch andere entzündliche beziehungsweise autoimmune Prozesse.

Der erste Gichtanfall betrifft besonders häufig das Grundgelenk des großen Zehs. Typisch sind plötzlich einsetzende starke Schmerzen, Rötung, Schwellung und Überwärmung. Gicht kann aber auch erstmals am Sprunggelenk, Mittelfuß, Knie, Ellenbogen sowie an Hand- oder Fingergelenken auftreten.

Bei Verdacht auf Gicht kann zunächst ein Hausarzt oder Facharzt für Innere Medizin die Beschwerden und den Harnsäurespiegel beurteilen. Bei unklaren, wiederkehrenden oder komplexen Gelenkentzündungen kann zusätzlich eine rheumatologische Abklärung sinnvoll sein. Ein Rheumatologe kann unter anderem unterscheiden, ob Gicht oder eine andere entzündlich-rheumatische Erkrankung vorliegt.

Gicht wird nicht durch eine einzelne Krankheit ausgelöst. Meist steigt der Harnsäurespiegel, weil die Nieren nicht genügend Harnsäure ausscheiden. Zusätzlich können unter anderem Nierenerkrankungen, bestimmte Blut- und Tumorerkrankungen, Psoriasis, Diabetes mellitus sowie verschiedene Medikamente den Harnsäurespiegel erhöhen und die Entstehung von Gicht begünstigen.

Ob Omega-3-Fettsäuren Gichtanfälle verhindern können, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Einzelne Untersuchungen zeigen mögliche Zusammenhänge zwischen einer omega-3-reichen Ernährung und einem geringeren Risiko für Gichtanfälle, für Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel ist ein klarer therapeutischer Nutzen jedoch bislang nicht belegt. Omega-3 ersetzt daher weder eine notwendige Harnsäuresenkung noch die ärztliche Behandlung. 

Bei Gicht eignet sich grundsätzlich eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, fettarmen Milchprodukten und ausreichend Wasser. Fleisch und Wurst sollten eher in kleineren Mengen gegessen werden, besonders purinreiche Innereien und bestimmte Meeresfrüchte nur selten. Alkohol, insbesondere Bier und Spirituosen, sowie stark zucker- oder fruchtzuckerhaltige Getränke sollten möglichst reduziert werden.

Eine spezielle basische Ernährung ist keine etablierte Behandlung der Gicht. Entscheidend ist vor allem, den Harnsäurespiegel langfristig zu kontrollieren und bekannte Risikofaktoren zu reduzieren. Empfehlenswert sind eine ausgewogene, überwiegend pflanzliche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, wenig Alkohol und eine Begrenzung großer Mengen purinreicher tierischer Lebensmittel. Eine notwendige medikamentöse Behandlung kann dadurch nicht ersetzt werden.