Fragen zum Thema Skoliose
Eine Skoliose ist eine dreidimensionale Verkrümmung der Wirbelsäule, bei der sich die Wirbelsäule seitlich verbiegt und gleichzeitig verdreht. Die Behandlung richtet sich nach dem Alter, dem Wachstum, dem Ausmaß der Krümmung und möglichen Beschwerden. Je nach Befund können regelmäßige Kontrollen, Physiotherapie, ein Korsett oder bei stark ausgeprägten Skoliosen eine Operation notwendig sein. Sport und Bewegung sind als begleitende Maßnahmen grundsätzlich sinnvoll.
Wie viel Physiotherapie bei einer Skoliose sinnvoll ist, hängt vom Alter, vom Cobb-Winkel, vom Wachstum und von den individuellen Beschwerden ab. Es gibt keine feste Anzahl an Behandlungseinheiten, die für alle Patienten gilt. Wichtig ist häufig nicht nur die betreute Physiotherapie, sondern auch das regelmäßige selbstständige Durchführen der erlernten Übungen.
Pilates kann bei einer Skoliose als ergänzendes Bewegungstraining eingesetzt werden, beispielsweise zur Verbesserung von Rumpfkraft, Beweglichkeit und Körperwahrnehmung. Die bisherige Studienlage zu einer direkten Verbesserung der Wirbelsäulenverkrümmung ist jedoch begrenzt. Pilates ersetzt deshalb keine skoliosespezifische Physiotherapie, ein gegebenenfalls notwendiges Korsett oder regelmäßige orthopädische Kontrollen.
Yoga kann bei Skoliose als ergänzende Form der Bewegung sinnvoll sein, wenn die Übungen an die individuelle Wirbelsäulenverkrümmung und die bestehenden Beschwerden angepasst werden. Yoga kann Beweglichkeit, Kraft und Körperwahrnehmung fördern, ist jedoch keine spezifische Behandlung zur Korrektur einer Skoliose. Bei stärkeren Krümmungen oder Beschwerden sollte das Training vorher ärztlich oder physiotherapeutisch abgestimmt werden.
Wie häufig Krankengymnastik beziehungsweise Physiotherapie bei Skoliose notwendig ist, wird individuell festgelegt. Entscheidend sind unter anderem das Alter, der Krümmungsgrad, das verbleibende Wachstum und die Entwicklung der Skoliose. Neben den Therapieterminen spielt das regelmäßige eigenständige Üben eine wichtige Rolle.
Für Menschen mit Skoliose gibt es kein bestimmtes Kissen, das allgemein medizinisch empfohlen wird oder die Wirbelsäulenverkrümmung korrigieren kann. Ein Kissen sollte vor allem eine angenehme Schlafposition ermöglichen und Kopf und Hals so unterstützen, dass keine zusätzlichen Beschwerden entstehen. Welche Höhe und Form geeignet sind, hängt unter anderem von der bevorzugten Schlafposition und der individuellen Körperform ab.
Bei einer Skoliose gibt es in der Regel keine allgemeine Liste verbotener Bewegungen oder Sportarten. Bewegung und Sport sind grundsätzlich sinnvoll und können Muskulatur, Ausdauer und allgemeines Wohlbefinden fördern. Welche Belastungen geeignet sind, hängt jedoch vom Alter, vom Schweregrad der Skoliose, von Beschwerden und gegebenenfalls von einer vorausgegangenen Operation ab.
Zur Diagnose und Verlaufskontrolle einer Skoliose wird in erster Linie eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule im Stehen verwendet. Ein MRT ist bei einer typischen idiopathischen Skoliose ohne zusätzliche Auffälligkeiten nicht grundsätzlich erforderlich. Es kann beispielsweise bei Schmerzen, unklaren neurologischen Symptomen, angeborenen Veränderungen oder vor einer Operation notwendig sein; dann kann auch eine MRT der gesamten Wirbelsäule durchgeführt werden.
Bei Skoliose werden spezielle physiotherapeutische Übungen eingesetzt, die an die individuelle Wirbelsäulenverkrümmung angepasst werden. Ein bekanntes Konzept ist die Schroth-Therapie mit Haltungs-, Atem-, Streck- und Kräftigungsübungen. Ziel ist unter anderem, die Körperhaltung, muskuläre Kontrolle und Beweglichkeit zu verbessern. Welche Methode geeignet ist, hängt vom individuellen Befund ab.
Die Behandlung einer Skoliose richtet sich nach dem Ausmaß der Krümmung und danach, ob das Wachstum bereits abgeschlossen ist. Leichte Skoliosen werden häufig regelmäßig kontrolliert. Bei stärkeren Krümmungen können Physiotherapie und während des Wachstums ein Korsett eingesetzt werden. Bei sehr ausgeprägten oder fortschreitenden Skoliosen kann eine Operation notwendig werden.
Sport und regelmäßige Bewegung sind bei Skoliose grundsätzlich empfehlenswert. Geeignet können beispielsweise Schwimmen, Radfahren, Laufen, Walking, Tanzen oder andere Aktivitäten mit einer ausgeglichenen Belastung sein. Die passende Sportart hängt jedoch vom Alter, vom Schweregrad der Skoliose und von möglichen Beschwerden ab. Sport ersetzt eine notwendige skoliosespezifische Behandlung nicht.
Ob sich eine Skoliose vollständig korrigieren lässt, hängt stark von ihrer Ursache, dem Krümmungsgrad und dem Alter ab. Bei Kindern und Jugendlichen kann eine frühzeitige Behandlung das Fortschreiten häufig deutlich beeinflussen. Eine bereits strukturell ausgeprägte Skoliose lässt sich durch Physiotherapie allein jedoch normalerweise nicht vollständig beseitigen. Ziel der Behandlung ist häufig, eine weitere Zunahme der Krümmung zu verhindern und Beschwerden zu reduzieren.
Eine leichte Skoliose verursacht häufig keine Beschwerden. Sichtbare Hinweise können unterschiedlich hohe Schultern, ein schiefes Becken, eine asymmetrische Taille oder ein Rippenbuckel beim Vorbeugen sein. Bei stärker ausgeprägten Skoliosen können Rückenschmerzen oder Einschränkungen auftreten. Schmerzen oder neurologische Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden.
