Fragen zum Thema Polyneuropathie
Eine Polyneuropathie bezeichnet eine Schädigung mehrerer peripherer Nerven und kann sich durch Kribbeln, Taubheitsgefühle, Brennen, Schmerzen oder Muskelschwäche bemerkbar machen. Häufig beginnen die Beschwerden an den Füßen und können sich im weiteren Verlauf auf andere Körperbereiche ausbreiten. Die möglichen Ursachen sind vielfältig und reichen unter anderem von Diabetes mellitus und Vitaminmangel bis zu bestimmten Medikamenten, Alkohol oder entzündlichen Erkrankungen. Eine genaue ärztliche Abklärung ist deshalb wichtig, um die Ursache möglichst gezielt zu behandeln und geeignete Maßnahmen gegen die Beschwerden einzuleiten.
Bei einer Polyneuropathie mit vermindertem Schmerz- oder Temperaturempfinden ist eine sorgfältige Fußpflege besonders wichtig. Die Füße sollten regelmäßig auf Druckstellen, Risse, Blasen, Rötungen und kleine Verletzungen kontrolliert werden, da solche Veränderungen teilweise unbemerkt bleiben können. Bei Schwierigkeiten mit der eigenen Fußpflege kann eine medizinische Fußpflege beziehungsweise podologische Betreuung sinnvoll sein.
Vitamin B12 kann bei einer Polyneuropathie sinnvoll sein, wenn tatsächlich ein Vitamin-B12-Mangel vorliegt und dieser die Nervenschädigung verursacht oder begünstigt. Ohne nachgewiesenen Mangel ist eine zusätzliche Einnahme nicht automatisch hilfreich. Deshalb sollte vor einer gezielten Vitamin-B12-Behandlung geklärt werden, ob ein Mangel besteht und welche Ursache der Polyneuropathie zugrunde liegt.
Bei einer Polyneuropathie kann Physiotherapie unter anderem darauf abzielen, Muskelkraft, Gleichgewicht, Koordination und Gangsicherheit zu verbessern. Welche Übungen geeignet sind, hängt davon ab, ob beispielsweise Muskelschwäche, Sensibilitätsstörungen oder Gangunsicherheit im Vordergrund stehen. Die Therapie sollte deshalb individuell an die Beschwerden und das Ausmaß der Nervenschädigung angepasst werden.
Ein allgemein bestes Mittel gegen Polyneuropathie gibt es nicht, da die Behandlung von der jeweiligen Ursache abhängt. Wenn möglich, wird zunächst die zugrunde liegende Erkrankung oder der Auslöser behandelt. Zusätzlich können je nach Beschwerden Medikamente gegen neuropathische Schmerzen, Physiotherapie und weitere unterstützende Maßnahmen eingesetzt werden.
Bei einer Polyneuropathie sollten vermeidbare Belastungen der geschädigten Nerven möglichst reduziert werden. Dazu gehören insbesondere übermäßiger Alkoholkonsum sowie eine unkontrollierte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten. Bei vermindertem Gefühl in den Füßen sollten außerdem Verletzungen, zu große Hitze und ungeeignetes Schuhwerk vermieden werden, da Schäden möglicherweise nicht rechtzeitig wahrgenommen werden.
Ob eine Polyneuropathie heilbar ist, hängt von ihrer Ursache und dem Ausmaß der Nervenschädigung ab. Bei bestimmten behandelbaren Ursachen können sich Beschwerden deutlich bessern oder teilweise zurückbilden. Bei anderen Formen steht im Vordergrund, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen, die Ursache möglichst gut zu behandeln und Beschwerden wie Schmerzen, Muskelschwäche oder Gangunsicherheit zu reduzieren.
Ein Podologe kann bei einer Polyneuropathie insbesondere dann hilfreich sein, wenn das Empfinden in den Füßen eingeschränkt ist und dadurch ein erhöhtes Risiko für Druckstellen oder unbemerkte Verletzungen besteht. Die podologische Behandlung ersetzt jedoch nicht die ärztliche Abklärung und Behandlung der Nervenschädigung, sondern kann die medizinische Versorgung der Füße ergänzen.
Vitamine können bei einer Polyneuropathie vor allem dann relevant sein, wenn ein nachgewiesener Vitaminmangel zur Nervenschädigung beiträgt. Ein Beispiel ist Vitamin B12. Eine pauschale Einnahme hoher Vitamindosen ist dagegen nicht sinnvoll. Auch eine übermäßige Zufuhr bestimmter Vitamine, insbesondere Vitamin B6, kann selbst Nervenschäden verursachen. Deshalb sollte eine Supplementierung gezielt und nach ärztlicher Abklärung erfolgen.
Eine Polyneuropathie kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Zu den häufigen Auslösern gehören Diabetes mellitus und langfristig hoher Alkoholkonsum. Daneben kommen unter anderem Vitaminmangel, bestimmte Medikamente und Giftstoffe, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen sowie entzündliche oder autoimmune Erkrankungen infrage. Bei einem Teil der Betroffenen lässt sich trotz Diagnostik keine eindeutige Ursache feststellen.
Typische Symptome einer Polyneuropathie sind Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle und Schmerzen, häufig zunächst an den Füßen und später gegebenenfalls auch an den Händen. Zusätzlich können das Empfinden für Berührung und Temperatur vermindert, die Muskulatur geschwächt und der Gang unsicher sein. Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welche Nervenfasern betroffen sind.
Erste Anzeichen einer Polyneuropathie sind häufig Kribbeln, Brennen, ein pelziges Gefühl oder Taubheit an Zehen und Füßen. Manche Betroffene bemerken außerdem eine veränderte Wahrnehmung von Berührung, Schmerzen oder Temperatur. Die Beschwerden entwickeln sich bei vielen chronischen Formen langsam und können anfangs nur gering ausgeprägt sein.
Ja. Ein Neurologe kann bei Verdacht auf Polyneuropathie untersuchen, ob und welche peripheren Nerven geschädigt sind und welche Form der Nervenschädigung vorliegt. Zur Diagnostik können neben der neurologischen Untersuchung unter anderem Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit und weitere Untersuchungen eingesetzt werden. Anschließend richtet sich die Behandlung nach der vermuteten Ursache und den vorhandenen Beschwerden.
