Patellaspitzensyndrom (Jumper's Knee)
Was ist ein Patellaspitzensyndrom?
Das Patellaspitzensyndrom, auch Jumper’s Knee oder Patellatendinopathie genannt, betrifft die Sehne zwischen der Kniescheibe und dem Schienbein. Besonders häufig liegt die schmerzhafte Veränderung am unteren Rand der Kniescheibe, wo die Patellasehne ansetzt.
Es handelt sich meist nicht um eine einmalige akute Verletzung, sondern um eine Überlastungsreaktion der Sehne. Wiederholte hohe Zugbelastungen können dazu führen, dass sich das Sehnengewebe nicht ausreichend an die Belastung anpassen und regenerieren kann.
Ursachen von Patellaspitzensyndrom
Das Patellaspitzensyndrom entsteht häufig durch ein Missverhältnis zwischen der Belastung der Patellasehne und ihrer aktuellen Belastbarkeit. Besonders relevant sind wiederholte Sprünge, schnelle Richtungswechsel und intensive Laufbelastungen.
Mögliche Auslöser und Risikofaktoren sind:
- eine schnelle Steigerung des Trainingsumfangs;
- häufige Sprung- und Landebewegungen;
- Sportarten wie Volleyball, Basketball, Handball oder Leichtathletik;
- intensives Lauf- oder Krafttraining;
- unzureichende Regenerationszeiten;
- eingeschränkte Beweglichkeit von Hüfte, Knie oder Sprunggelenk;
- unzureichende Kraft oder Belastbarkeit der Beinmuskulatur;
- ein ungeeigneter Trainingsuntergrund;
- eine vorzeitige Rückkehr zum Sport nach einer Belastungspause.
Nicht jede Person mit diesen Faktoren entwickelt Beschwerden. Entscheidend ist das individuelle Verhältnis zwischen Belastung, Erholung und Belastbarkeit der Sehne.
Symptome von Patellaspitzensyndrom
Typisch ist ein klar lokalisierbarer Schmerz unmittelbar unterhalb der Kniescheibe. Die Beschwerden treten insbesondere auf, wenn die Patellasehne stark belastet wird.
Mögliche Symptome sind:
- Schmerzen am unteren Rand der Kniescheibe;
- Beschwerden beim Springen und Landen;
- Schmerzen beim Laufen oder schnellen Abbremsen;
- Beschwerden bei Kniebeugen;
- Schmerzen beim Treppensteigen;
- Druckempfindlichkeit am Ansatz der Patellasehne;
- Steifheit nach längeren Ruhephasen;
- nachlassende Leistungsfähigkeit beim Sport.
Zu Beginn können die Schmerzen nur nach einer intensiven Belastung auftreten. Im weiteren Verlauf sind Beschwerden bereits während des Trainings oder bei alltäglichen Bewegungen möglich.
Plötzliche starke Schmerzen, eine deutliche Schwellung oder ein Funktionsverlust können dagegen auf eine akute Verletzung beziehungsweise einen Sehnenriss hinweisen und sollten zeitnah untersucht werden.
Unterschied zur Patellaluxation
Das Patellaspitzensyndrom darf nicht mit einer Patellaluxation verwechselt werden.
Beim Patellaspitzensyndrom ist die Patellasehne durch wiederholte Belastungen gereizt beziehungsweise strukturell verändert. Bei einer Patellaluxation springt dagegen die Kniescheibe aus ihrem natürlichen Gleitlager.
Es handelt sich daher um zwei unterschiedliche Erkrankungen mit verschiedenen Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.
Wie wird das Patellaspitzensyndrom diagnostiziert?
Ärztliches Gespräch
Zunächst werden die genaue Schmerzlokalisation, die Dauer der Beschwerden und die sportliche beziehungsweise berufliche Belastung besprochen. Wichtig sind außerdem Veränderungen des Trainingsumfangs und bisherige Behandlungen.
Körperliche Untersuchung
Bei der Untersuchung werden unter anderem beurteilt:
- Druckempfindlichkeit der Patellasehne;
- Beweglichkeit von Knie, Hüfte und Sprunggelenk;
- Kraft der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur;
- Schmerzen bei Kniebeugen oder Sprungbewegungen;
- Beinachse und Bewegungsabläufe;
- mögliche Beschwerden anderer Strukturen des Kniegelenks.
Bildgebende Untersuchungen
Die Diagnose wird in erster Linie anhand der Beschwerden und der körperlichen Untersuchung gestellt. Ultraschall oder MRT können ergänzend eingesetzt werden, wenn die Diagnose unklar ist, andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen oder die Struktur der Sehne genauer beurteilt werden soll.
Auffälligkeiten in einer Bildgebung müssen immer gemeinsam mit den Beschwerden bewertet werden, da strukturelle Veränderungen der Patellasehne auch ohne Schmerzen vorkommen können.
Behandlung des Patellaspitzensyndroms
Die Behandlung erfolgt in der Regel zunächst konservativ. Im Mittelpunkt stehen eine Anpassung der Belastung und ein schrittweise aufgebautes Trainingsprogramm für die Patellasehne.
Eine vollständige und langfristige Ruhigstellung ist normalerweise nicht das Ziel. Stattdessen soll die Belastung so gesteuert werden, dass die Beschwerden nicht dauerhaft verstärkt werden und sich die Sehne schrittweise an höhere Anforderungen anpassen kann. Bewegungstherapie gilt in aktuellen Leitlinien als erste Behandlungsmaßnahme.
Belastungsanpassung
Belastungen, die starke Schmerzen auslösen, können zunächst reduziert oder verändert werden. Dazu gehören insbesondere:
- wiederholte Sprünge;
- intensive Sprints;
- abrupte Richtungswechsel;
- tiefe Kniebeugen mit hoher Belastung;
- Lauftraining mit hoher Geschwindigkeit oder vielen Steigungen.
Eine vollständige Sportpause ist nicht immer erforderlich. Häufig können weniger belastende Aktivitäten beibehalten werden, sofern sie die Beschwerden nicht deutlich verstärken.
Der Trainingsumfang wird anschließend schrittweise gesteigert. Dabei sollte nicht nur die Schmerzreaktion während des Trainings, sondern auch die Entwicklung der Beschwerden am folgenden Tag berücksichtigt werden.
Physiotherapie und gezieltes Training
Ein strukturiertes Trainingsprogramm ist der wichtigste Bestandteil der Behandlung. Ziel ist es, die Belastbarkeit der Patellasehne und der umgebenden Muskulatur schrittweise zu erhöhen.
Abhängig von der aktuellen Beschwerdephase können folgende Maßnahmen eingesetzt werden:
- isometrische Kraftübungen;
- langsames Krafttraining für die Oberschenkelmuskulatur;
- Kniebeugen und Beinpresse mit angepasster Belastung;
- Training der Hüft- und Gesäßmuskulatur;
- Verbesserung der Beweglichkeit;
- Koordinations- und Stabilisationstraining;
- schrittweises Sprung- und Landetraining;
- sportartspezifischer Belastungsaufbau.
Die Übungen sollten regelmäßig durchgeführt und an die individuelle Belastbarkeit angepasst werden. Die Steigerung erfolgt schrittweise von kontrollierten Kraftübungen hin zu schnellen, sportartspezifischen Bewegungen.
Stoßwellentherapie
Bei länger bestehenden Beschwerden kann die Stoßwellentherapie ergänzend zu einem strukturierten Belastungs- und Trainingsprogramm erwogen werden. Dabei werden akustische Druckwellen gezielt auf den schmerzhaften Bereich der Patellasehne übertragen.
Die Stoßwellentherapie ersetzt das aktive Training nicht. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind uneinheitlich: Gegenüber einer Scheinbehandlung wurde in Studien kein eindeutiger kurzfristiger Zusatznutzen nachgewiesen, während Vergleiche mit anderen konservativen Behandlungen teilweise günstigere Ergebnisse zeigten. Die Entscheidung sollte deshalb individuell getroffen werden.
Medikamentöse Behandlung
Schmerzlindernde Medikamente können in bestimmten Situationen vorübergehend eingesetzt werden. Auswahl, Dosierung und Anwendungsdauer müssen mögliche Vorerkrankungen, andere Medikamente und individuelle Risiken berücksichtigen.
Da es sich bei einer chronischen Patellatendinopathie nicht ausschließlich um eine entzündliche Erkrankung handelt, lösen entzündungshemmende Medikamente die zugrunde liegende Belastungsproblematik nicht. Sie ersetzen daher weder die Belastungsanpassung noch das gezielte Training.
Injektionstherapien
Unterschiedliche Injektionsverfahren werden bei chronischen Sehnenbeschwerden diskutiert. Ihre Anwendung sollte jedoch nicht automatisch erfolgen, da Nutzen und Risiken je nach Präparat und Verfahren unterschiedlich bewertet werden.
Vor einer Injektion muss genau geprüft werden:
- welche Struktur die Beschwerden verursacht;
- wie lange die Symptome bestehen;
- welche konservativen Maßnahmen bereits durchgeführt wurden;
- ob ein ausreichend strukturiertes Trainingsprogramm erfolgt ist;
- welche möglichen Risiken mit dem vorgesehenen Präparat verbunden sind.
Eine garantierte Heilung oder Wiederherstellung der Sehne kann durch eine Injektion nicht zugesichert werden.
Wann kann eine Operation erforderlich sein?
Eine Operation ist beim Patellaspitzensyndrom nur selten notwendig. Sie kann in ausgewählten Fällen besprochen werden, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, die Diagnose gesichert ist und eine konsequent durchgeführte konservative Behandlung keine ausreichende Verbesserung ermöglicht hat.
Abhängig vom Befund können bei einer Operation krankhaft veränderte Sehnenanteile behandelt werden. Anschließend ist eine strukturierte Rehabilitation erforderlich.
Auch nach einem operativen Eingriff kann eine vollständige Beschwerdefreiheit nicht garantiert werden. Die möglichen Vorteile und Risiken müssen daher individuell abgewogen werden.
Rückkehr zum Sport
Die Rückkehr zum Sport sollte nicht allein davon abhängig gemacht werden, ob in Ruhe keine Schmerzen mehr bestehen. Entscheidend ist, ob das Knie die sportartspezifischen Belastungen wieder kontrolliert toleriert.
Vor einer vollständigen Rückkehr können schrittweise geprüft werden:
- Kniebeugen und Ausfallschritte;
- einbeinige Belastungen;
- Lauf- und Sprintbewegungen;
- Sprünge und Landungen;
- schnelle Richtungswechsel;
- sportspezifische Trainingsformen.
Trainingsumfang und Intensität werden schrittweise erhöht. Eine zu schnelle Rückkehr zur bisherigen Maximalbelastung kann zu erneut auftretenden Beschwerden führen.
Vorbeugung
Das Risiko wiederkehrender Beschwerden kann möglicherweise durch ein angepasstes Belastungsmanagement reduziert werden.
Sinnvolle Maßnahmen sind:
- Trainingsumfang schrittweise steigern;
- ausreichende Regenerationszeiten einplanen;
- Kraft der Oberschenkel- und Hüftmuskulatur trainieren;
- Sprung- und Landetechnik kontrollieren;
- Belastungen nach längeren Pausen langsam aufbauen;
- anhaltende Knieschmerzen frühzeitig untersuchen lassen;
- Trainingsplan bei wiederkehrenden Beschwerden anpassen.
Eine vollständige Vermeidung des Patellaspitzensyndroms kann dadurch nicht garantiert werden.
Häufige Fragen zum Patellaspitzensyndrom
Der Begriff „Patellasehnenentzündung“ wird häufig verwendet. Bei länger bestehenden Beschwerden handelt es sich jedoch meist um eine Tendinopathie mit belastungsbedingten Veränderungen des Sehnengewebes und nicht ausschließlich um eine klassische Entzündung.
Das hängt von der Stärke der Beschwerden und der konkreten Belastung ab. Eine vollständige Pause ist nicht immer notwendig. Stark schmerzauslösende Aktivitäten sollten jedoch vorübergehend reduziert und anschließend kontrolliert wieder aufgebaut werden.
Sehnen passen sich vergleichsweise langsam an Belastungen an. Daher ist häufig ein mehrwöchiges bis mehrmonatiges, regelmäßig durchgeführtes Trainingsprogramm erforderlich. Der individuelle Verlauf hängt von der Dauer der Beschwerden, der Belastung und der konsequenten Umsetzung der Therapie ab.
Sie kann bei chronischen Beschwerden als ergänzende Maßnahme erwogen werden. Die Studienlage ist jedoch nicht eindeutig, weshalb sie immer mit einer strukturierten Bewegungstherapie und Belastungssteuerung kombiniert werden sollte.
Ein vollständiger Sehnenriss ist deutlich seltener als eine chronische Patellatendinopathie. Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen, einem deutlichen Kraftverlust oder der Unfähigkeit, das Knie aktiv zu strecken, ist eine rasche ärztliche Untersuchung erforderlich.
Patellaspitzensyndrom (Jumper's Knee)
Was ist ein Patellaspitzensyndrom?
Das Patellaspitzensyndrom, auch Jumper’s Knee oder Patellatendinopathie genannt, betrifft die Sehne zwischen der Kniescheibe und dem Schienbein. Besonders häufig liegt die schmerzhafte Veränderung am unteren Rand der Kniescheibe, wo die Patellasehne ansetzt.
Es handelt sich meist nicht um eine einmalige akute Verletzung, sondern um eine Überlastungsreaktion der Sehne. Wiederholte hohe Zugbelastungen können dazu führen, dass sich das Sehnengewebe nicht ausreichend an die Belastung anpassen und regenerieren kann.
Ursachen von Patellaspitzensyndrom
Das Patellaspitzensyndrom entsteht häufig durch ein Missverhältnis zwischen der Belastung der Patellasehne und ihrer aktuellen Belastbarkeit. Besonders relevant sind wiederholte Sprünge, schnelle Richtungswechsel und intensive Laufbelastungen.
Mögliche Auslöser und Risikofaktoren sind:
- eine schnelle Steigerung des Trainingsumfangs;
- häufige Sprung- und Landebewegungen;
- Sportarten wie Volleyball, Basketball, Handball oder Leichtathletik;
- intensives Lauf- oder Krafttraining;
- unzureichende Regenerationszeiten;
- eingeschränkte Beweglichkeit von Hüfte, Knie oder Sprunggelenk;
- unzureichende Kraft oder Belastbarkeit der Beinmuskulatur;
- ein ungeeigneter Trainingsuntergrund;
- eine vorzeitige Rückkehr zum Sport nach einer Belastungspause.
Nicht jede Person mit diesen Faktoren entwickelt Beschwerden. Entscheidend ist das individuelle Verhältnis zwischen Belastung, Erholung und Belastbarkeit der Sehne.
Symptome von Patellaspitzensyndrom
Typisch ist ein klar lokalisierbarer Schmerz unmittelbar unterhalb der Kniescheibe. Die Beschwerden treten insbesondere auf, wenn die Patellasehne stark belastet wird.
Mögliche Symptome sind:
- Schmerzen am unteren Rand der Kniescheibe;
- Beschwerden beim Springen und Landen;
- Schmerzen beim Laufen oder schnellen Abbremsen;
- Beschwerden bei Kniebeugen;
- Schmerzen beim Treppensteigen;
- Druckempfindlichkeit am Ansatz der Patellasehne;
- Steifheit nach längeren Ruhephasen;
- nachlassende Leistungsfähigkeit beim Sport.
Zu Beginn können die Schmerzen nur nach einer intensiven Belastung auftreten. Im weiteren Verlauf sind Beschwerden bereits während des Trainings oder bei alltäglichen Bewegungen möglich.
Plötzliche starke Schmerzen, eine deutliche Schwellung oder ein Funktionsverlust können dagegen auf eine akute Verletzung beziehungsweise einen Sehnenriss hinweisen und sollten zeitnah untersucht werden.
Unterschied zur Patellaluxation
Das Patellaspitzensyndrom darf nicht mit einer Patellaluxation verwechselt werden.
Beim Patellaspitzensyndrom ist die Patellasehne durch wiederholte Belastungen gereizt beziehungsweise strukturell verändert. Bei einer Patellaluxation springt dagegen die Kniescheibe aus ihrem natürlichen Gleitlager.
Es handelt sich daher um zwei unterschiedliche Erkrankungen mit verschiedenen Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.
Wie wird das Patellaspitzensyndrom diagnostiziert?
Ärztliches Gespräch
Zunächst werden die genaue Schmerzlokalisation, die Dauer der Beschwerden und die sportliche beziehungsweise berufliche Belastung besprochen. Wichtig sind außerdem Veränderungen des Trainingsumfangs und bisherige Behandlungen.
Körperliche Untersuchung
Bei der Untersuchung werden unter anderem beurteilt:
- Druckempfindlichkeit der Patellasehne;
- Beweglichkeit von Knie, Hüfte und Sprunggelenk;
- Kraft der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur;
- Schmerzen bei Kniebeugen oder Sprungbewegungen;
- Beinachse und Bewegungsabläufe;
- mögliche Beschwerden anderer Strukturen des Kniegelenks.
Bildgebende Untersuchungen
Die Diagnose wird in erster Linie anhand der Beschwerden und der körperlichen Untersuchung gestellt. Ultraschall oder MRT können ergänzend eingesetzt werden, wenn die Diagnose unklar ist, andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen oder die Struktur der Sehne genauer beurteilt werden soll.
Auffälligkeiten in einer Bildgebung müssen immer gemeinsam mit den Beschwerden bewertet werden, da strukturelle Veränderungen der Patellasehne auch ohne Schmerzen vorkommen können.
Behandlung des Patellaspitzensyndroms
Die Behandlung erfolgt in der Regel zunächst konservativ. Im Mittelpunkt stehen eine Anpassung der Belastung und ein schrittweise aufgebautes Trainingsprogramm für die Patellasehne.
Eine vollständige und langfristige Ruhigstellung ist normalerweise nicht das Ziel. Stattdessen soll die Belastung so gesteuert werden, dass die Beschwerden nicht dauerhaft verstärkt werden und sich die Sehne schrittweise an höhere Anforderungen anpassen kann. Bewegungstherapie gilt in aktuellen Leitlinien als erste Behandlungsmaßnahme.
Belastungsanpassung
Belastungen, die starke Schmerzen auslösen, können zunächst reduziert oder verändert werden. Dazu gehören insbesondere:
- wiederholte Sprünge;
- intensive Sprints;
- abrupte Richtungswechsel;
- tiefe Kniebeugen mit hoher Belastung;
- Lauftraining mit hoher Geschwindigkeit oder vielen Steigungen.
Eine vollständige Sportpause ist nicht immer erforderlich. Häufig können weniger belastende Aktivitäten beibehalten werden, sofern sie die Beschwerden nicht deutlich verstärken.
Der Trainingsumfang wird anschließend schrittweise gesteigert. Dabei sollte nicht nur die Schmerzreaktion während des Trainings, sondern auch die Entwicklung der Beschwerden am folgenden Tag berücksichtigt werden.
Physiotherapie und gezieltes Training
Ein strukturiertes Trainingsprogramm ist der wichtigste Bestandteil der Behandlung. Ziel ist es, die Belastbarkeit der Patellasehne und der umgebenden Muskulatur schrittweise zu erhöhen.
Abhängig von der aktuellen Beschwerdephase können folgende Maßnahmen eingesetzt werden:
- isometrische Kraftübungen;
- langsames Krafttraining für die Oberschenkelmuskulatur;
- Kniebeugen und Beinpresse mit angepasster Belastung;
- Training der Hüft- und Gesäßmuskulatur;
- Verbesserung der Beweglichkeit;
- Koordinations- und Stabilisationstraining;
- schrittweises Sprung- und Landetraining;
- sportartspezifischer Belastungsaufbau.
Die Übungen sollten regelmäßig durchgeführt und an die individuelle Belastbarkeit angepasst werden. Die Steigerung erfolgt schrittweise von kontrollierten Kraftübungen hin zu schnellen, sportartspezifischen Bewegungen.
Stoßwellentherapie
Bei länger bestehenden Beschwerden kann die Stoßwellentherapie ergänzend zu einem strukturierten Belastungs- und Trainingsprogramm erwogen werden. Dabei werden akustische Druckwellen gezielt auf den schmerzhaften Bereich der Patellasehne übertragen.
Die Stoßwellentherapie ersetzt das aktive Training nicht. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind uneinheitlich: Gegenüber einer Scheinbehandlung wurde in Studien kein eindeutiger kurzfristiger Zusatznutzen nachgewiesen, während Vergleiche mit anderen konservativen Behandlungen teilweise günstigere Ergebnisse zeigten. Die Entscheidung sollte deshalb individuell getroffen werden.
Medikamentöse Behandlung
Schmerzlindernde Medikamente können in bestimmten Situationen vorübergehend eingesetzt werden. Auswahl, Dosierung und Anwendungsdauer müssen mögliche Vorerkrankungen, andere Medikamente und individuelle Risiken berücksichtigen.
Da es sich bei einer chronischen Patellatendinopathie nicht ausschließlich um eine entzündliche Erkrankung handelt, lösen entzündungshemmende Medikamente die zugrunde liegende Belastungsproblematik nicht. Sie ersetzen daher weder die Belastungsanpassung noch das gezielte Training.
Injektionstherapien
Unterschiedliche Injektionsverfahren werden bei chronischen Sehnenbeschwerden diskutiert. Ihre Anwendung sollte jedoch nicht automatisch erfolgen, da Nutzen und Risiken je nach Präparat und Verfahren unterschiedlich bewertet werden.
Vor einer Injektion muss genau geprüft werden:
- welche Struktur die Beschwerden verursacht;
- wie lange die Symptome bestehen;
- welche konservativen Maßnahmen bereits durchgeführt wurden;
- ob ein ausreichend strukturiertes Trainingsprogramm erfolgt ist;
- welche möglichen Risiken mit dem vorgesehenen Präparat verbunden sind.
Eine garantierte Heilung oder Wiederherstellung der Sehne kann durch eine Injektion nicht zugesichert werden.
Wann kann eine Operation erforderlich sein?
Eine Operation ist beim Patellaspitzensyndrom nur selten notwendig. Sie kann in ausgewählten Fällen besprochen werden, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, die Diagnose gesichert ist und eine konsequent durchgeführte konservative Behandlung keine ausreichende Verbesserung ermöglicht hat.
Abhängig vom Befund können bei einer Operation krankhaft veränderte Sehnenanteile behandelt werden. Anschließend ist eine strukturierte Rehabilitation erforderlich.
Auch nach einem operativen Eingriff kann eine vollständige Beschwerdefreiheit nicht garantiert werden. Die möglichen Vorteile und Risiken müssen daher individuell abgewogen werden.
Rückkehr zum Sport
Die Rückkehr zum Sport sollte nicht allein davon abhängig gemacht werden, ob in Ruhe keine Schmerzen mehr bestehen. Entscheidend ist, ob das Knie die sportartspezifischen Belastungen wieder kontrolliert toleriert.
Vor einer vollständigen Rückkehr können schrittweise geprüft werden:
- Kniebeugen und Ausfallschritte;
- einbeinige Belastungen;
- Lauf- und Sprintbewegungen;
- Sprünge und Landungen;
- schnelle Richtungswechsel;
- sportspezifische Trainingsformen.
Trainingsumfang und Intensität werden schrittweise erhöht. Eine zu schnelle Rückkehr zur bisherigen Maximalbelastung kann zu erneut auftretenden Beschwerden führen.
Vorbeugung
Das Risiko wiederkehrender Beschwerden kann möglicherweise durch ein angepasstes Belastungsmanagement reduziert werden.
Sinnvolle Maßnahmen sind:
- Trainingsumfang schrittweise steigern;
- ausreichende Regenerationszeiten einplanen;
- Kraft der Oberschenkel- und Hüftmuskulatur trainieren;
- Sprung- und Landetechnik kontrollieren;
- Belastungen nach längeren Pausen langsam aufbauen;
- anhaltende Knieschmerzen frühzeitig untersuchen lassen;
- Trainingsplan bei wiederkehrenden Beschwerden anpassen.
Eine vollständige Vermeidung des Patellaspitzensyndroms kann dadurch nicht garantiert werden.
Häufige Fragen zum Patellaspitzensyndrom
Der Begriff „Patellasehnenentzündung“ wird häufig verwendet. Bei länger bestehenden Beschwerden handelt es sich jedoch meist um eine Tendinopathie mit belastungsbedingten Veränderungen des Sehnengewebes und nicht ausschließlich um eine klassische Entzündung.
Das hängt von der Stärke der Beschwerden und der konkreten Belastung ab. Eine vollständige Pause ist nicht immer notwendig. Stark schmerzauslösende Aktivitäten sollten jedoch vorübergehend reduziert und anschließend kontrolliert wieder aufgebaut werden.
Sehnen passen sich vergleichsweise langsam an Belastungen an. Daher ist häufig ein mehrwöchiges bis mehrmonatiges, regelmäßig durchgeführtes Trainingsprogramm erforderlich. Der individuelle Verlauf hängt von der Dauer der Beschwerden, der Belastung und der konsequenten Umsetzung der Therapie ab.
Sie kann bei chronischen Beschwerden als ergänzende Maßnahme erwogen werden. Die Studienlage ist jedoch nicht eindeutig, weshalb sie immer mit einer strukturierten Bewegungstherapie und Belastungssteuerung kombiniert werden sollte.
Ein vollständiger Sehnenriss ist deutlich seltener als eine chronische Patellatendinopathie. Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen, einem deutlichen Kraftverlust oder der Unfähigkeit, das Knie aktiv zu strecken, ist eine rasche ärztliche Untersuchung erforderlich.
